Diäten-Wahn

Wie sieht deine Diät-Karriere aus?

 

Ok, Ihr Lieben, das wird jetzt persönlich.

Meine Diät-Karriere begann, als ich in der 4. Klasse war, aber, wenn ich es mir richtig überlege, noch viel früher.

Solange ich im Kindergarten war, war meine Welt in Ordnung. Ich hatte viele Freundinnen, jeder war so, wie er oder sie war, und wir haben uns allerhöchstens mal gekniffen oder gehauen, wenn wir eine Wut aufeinander hatten. Die Frage, ob ich vielleicht zu dick war, kam mir gar nicht in den Sinn, obwohl ich schon damals die Angewohnheit hatte, sofort, wenn ich aus dem Kindergarten nach Hause kam, erst einmal über den Süßigkeitenschrank herzufallen – und zwar vor dem Mittagessen! Als ich viele Jahre später mal meine Mutter gefragt habe, warum sie das nicht unterbunden hat, antwortete sie mir: „Du wolltest das doch.“ Das ist meiner Meinung nach ein sehr fragwürdiger Erziehungsansatz und entbehrte leider auch jegliche Kohärenz, denn ihr könnt mir glauben, ich wollte auch viele andere Dinge, die ich natürlich nicht bekommen habe …

Aber es geht hier nicht um Schuld, sondern einzig und allein um meine Geschichte.

Wie auch immer, die Angewohnheit blieb. Als ich dann eingeschult wurde, wurde ich innerhalb weniger Wochen zu einem unglücklichen dicken (?) Kind. Wenn ich mir jetzt Fotos von damals ansehe, würde ich sagen, dass ich eine ganz normale Kinderfigur hatte, aber ich war nicht untergewichtig wie der Rest meiner Klasse. Zu diesem Zeitpunkt wurde mein Gewicht zu meiner Identität. Ich war die dicke Sandra. Leider lagen meine Talente auch eher im musikalisch-künstlerischen Bereich und meine sportlichen Fähigkeiten könnte man wohl am besten mit „Totalausfall“ beschreiben, was mir weitere Hänseleien bescherte. Der Frust wurde immer größer genauso wie der Hunger auf tröstende Süßigkeiten.

Als ich dann in der 4. Klasse war, bekam mein Vater von seinem Arzt eine Diät verordnet und dazu gab es Massen an Info-Material über Kalorien, Kalorienbedarf sowie Tricks und Tipps zum Abnehmen. Ich habe diese Informationen verschlungen und ab diesem Zeitpunkt meine Kalorienzufuhr kontrolliert – ich war gerade erst 10 Jahre alt!

Was danach kam, war das klassische Muster: tagelang habe ich so wenig wie möglich gegessen und dann bekam ich Fressanfälle. Abgenommen habe ich zu dieser Zeit nicht wirklich, sondern eher noch zugelegt. Zeitlich bewegen wir uns gerade in den 80iger Jahren, wo der Diätenwahn aus Amerika voll zu uns nach Deutschland schwappte. Es war die Zeit von Aerobic in neonfarbenen, hautengen Outfits, Cola light kam auf den Markt und die Kühlregale füllten sich mit Light-Produkten. Meine Eltern, die beide gegen die Wohlstandspfunde kämpften, sprangen voll auf diesen Zug auf. Meine Mutter kaufte nur noch Light-Produkte: Joghurt mit 0,01% Fett, Diät-Margarine statt der guten Butter, natürlich nur noch Light-Limonaden, Light-Käse, usw. Ich nahm trotzdem weiter zu, da ich immer hungrig war und diesen Hunger mit Schokolade stillte. Proportional zu jedem zusätzlichen Kilo sank mein Selbstwertgefühl immer mehr in den Keller. Doch dann fiel mir mit ungefähr 14 Jahren der GU-Kalorienkompass in die Hände, der mein Kontroll-Instrument für die nächste Dekade wurde. Wenn ich mir auch keine einzige Vokabel in der Schule merken konnte, in kürzester Zeit kannte ich den Kaloriengehalt von jedem erdenklichen Lebensmittel. Meine Teenager-Jahre gestalteten sich dann so, dass ich eigentlich auf 800 Kalorien-Dauerdiät war, wenn man von den kurzen Phasen absieht, wo mein hungernder Körper die Oberhand gewann und ich mir die mühsam abgehungerten Kilos wieder angefuttert habe. Während dieser ganzen Jahre war ich eigentlich nie zu dick. Manchmal war ich nah an dünn, aber das waren immer nur kurze Phasen. Ich fand mich zu dieser Zeit allerdings fett und hässlich und, wie sollte es auch anders sein, bekam ich das natürlich von meinem Umfeld gespiegelt. Die dicke Sandra. Mit 17 Jahren bin ich dann nachmittags nicht mehr ins Freibad gegangen, weil ich mich für meinen Körper geschämt habe, und weil mich einige Mitschüler massiv wegen meiner Figur gemobbt haben. Die Schuld habe ich natürlich nur mir selbst gegeben: Ich war zu willensschwach, zu undiszipliniert und nicht gut genug.

Diese Muster habe ich bis vor wenigen Jahren beibehalten: Ich habe gehungert, gegessen, gehungert, gegessen und mein Stoffwechsel war vollkommen am Boden. Wenn ich ein Resümee ziehen müsste, würde ich mir in dem Fach „Mir selbst Gewalt antun“ eine 1+ geben.

Und dann kam der Wendepunkt.

Als ich 2018 meine erste Hypnoseausbildung bei Marisa Peer begonnen habe, habe ich verstanden, was all die Jahre mit mir passiert ist. Natürlich wollte ich sofort mit Hypnose abnehmen, doch es klappte wieder nicht… An der ganzen Abnehm-Thematik hängen so viele Faktoren, die schwer zu greifen sind und die als so tiefe Muster im Unterbewusstsein verankert sind, dass man oft selbst mit Hypnose an seine Grenzen stößt. Meine Heilung war ein Erkenntnisprozess, der sich über einige Jahre mit allen Höhen und Tiefen hingezogen hat. Ich habe mich ganz tief in diese Thematik reingearbeitet und erst, als ich schon nicht mehr geglaubt habe, dass ich dieses Problem jemals überwinden werde, kam der Durchbruch.

In meinem Umfeld waren plötzlich und ohne jede Vorwarnung zwei Menschen relativ jung verstorben, was mich völlig aus der Bahn geworfen hat. Ich bekam Angst-Attacken mit heftigsten Symptomen und eines Nachmittags stand ich in der Küche, stopfte einen Lebkuchen nach dem anderen in meinen Mund, wurde plötzlich stutzig und habe mich gefragt: „Was tue ich hier eigentlich?“ Auf einmal sah ich glasklar vor mir, wie ich schon mein ganzes Leben mein Nervensystem durch Essen von zuckerhaltigen Lebensmitteln reguliert habe: bei Trauer, Frust, Wut, Begeisterung, etc. Auf alle starken Gefühle habe ich mit dem Essen von Süßigkeiten reagiert.

Doch dieses Mal habe ich den letzten Lebkuchen wieder in die Tüte gelegt, habe innerhalb von wenigen Minuten die Angst in den Griff bekommen (hey, ich bin doch ein Profi!), und seitdem ist dieses letzte Muster, was mich in der Diätenschleife hielt, verschwunden. Ich bin jetzt frei. Ich esse, wenn ich hungrig bin. Ich kann alles essen, was ich möchte, da ich endlich auf meinen Körper höre. Keine Zwänge mehr, keine emotionalen Essmuster mehr, einfach nur noch Leichtigkeit und Freiheit!

Ich habe mir immer geschworen, erst dann ernsthaft das Thema „Abnehmen“ in meiner Praxis anzubieten, wenn ich eine Lösung für mich gefunden habe, denn ich glaube, ich war selbst mein schwierigster Fall.

Mit dem neuen HypnoInjection-Programm vom Simpson Protocol, mit dem ich seit Jahren sehr erfolgreich arbeite, habe ich ein Grundgerüst gefunden, das – zusammen mit meinen eigenen umfangreichen Erfahrungen – wirklich das Potential hat, in kürzester Zeit, die Erfolge zu liefern, für die ich einige Jahre gebraucht habe.

Wenn du jetzt neugierig bist, verlinke ich dir hier alle Infos meiner Website.

HypnoInjection

Strahle in deinem hellsten Licht! Alles Liebe!

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Der gute Vorsatz